Strawberry skies issue 6 de

Strawberry Skies

Die in Tokyo ansässige australische Designerin Manon Marguerite kreiert neue Designs aus gebrauchten Kimonos, indem sie sorgsam Muster kreiert und Teile zusammennäht, um traumhafte Mehrteiler zu erschaffen.

Nach ausgiebiger Absprache mit dem Kunden zu seinem Wunsch, sucht sie persönlich den Kimono aus, der zum Upcycling genutzt wird und macht jedes Teil behutsam in Handarbeit selbst. Es benötigt Stunden um diese akribisch genau geschaffenen Teile anzufertigen.

Für das Brand sind Nachhaltigkeit und ethische Praktiken ein wesentlicher Bestandteil seines Ethos. Etwas Altes, das normalerweise entsorgt werden würde, wird zu etwas Neuem und Wunderschönem.

Vergesst Fast Fashion, wir müssen anfangen es langsamer angehen zu lassen!

Die Richtung deines Brands hat sich über die Jahre verändert; von Lolita Mode am Anfang über softe, pastellfarbene, feengleiche Kleidung und jetzt zum Upcycling von Kimonos. Wiederspiegeln diese Veränderungen deine eigene Modeentwicklung oder ist es eine bewusste Businessentscheidung?

Ich glaube es ist ein bisschen von beidem was. Mein persönlicher Stil hat sich, genauso wie das Brandimage, unweigerlich verändert, aber ich habe versucht das übergreifende Thema bei Sanftheit, Fantasie und Femininität zu belassen, das meine Designs einzigartig macht. Der Wechsel zu Kimonostoffen war in erster Linie eine umweltbewusste und ethische Entscheidung. Ich war schon immer sehr besorgt um die Ethiken in der Modeindustrie gewesen, weswegen ich selbst bei Beginn meines Brands alles komplett selbst machen wollte. Später fand ich aber, dass nur ethisch korrekte Arbeit nicht ausreichend war und ich wollte sicher gehen, dass die Stoffe die ich nutze ebenfalls ethisch korrektem Ursprung sind und die Umwelt nicht negativ beeinträchtigen.

Du redest über ethische Praktiken und Nachhaltigkeit als Teil des Ethos deines Brands (und von dir persönlich). Warum ist dir das wichtig?

Ich finde, dass das jedem wichtig sein sollte, insbesondere Geschäftsinhaber und Modeführer, die die Chance haben, die Industrie zu einem Besseren zu verändern. Wir haben nur diesen einen, außerordentlich schönen Planeten und ich finde, dass unser persönlicher Wunsch nach Schönheit nicht auf seine Kosten in Erfüllung gehen sollte. Ich finde auch, dass das Tragen von Kleidung die unserem Planeten schadet oder das Leben eines Anderen kostet, keine besonders schöne Geste ist. Ich möchte Kleidung machen und tragen, die Schönheit in jedem Aspekt wiederspiegelt.

Denkst du, dass kleine Independent Brands einen Unterschied in der Modeindustrie machen können, wie auf fairere und ethischere Unternehmenspratiken zu beharren?

Ich glaube wir können uns glücklich schätzen, dass sich immer mehr und mehr Menschen süber die Realität in der Modeindustrie bewusst werden. Dokumentationen wie The True Cost auf Netflix haben vielen die Augen geöffnet und die Leute suchen nach Alternativen. Immer wenn jemand sich dazu entscheidet ein Brand wie meines zu unterstützen, macht ser einen Unterschied in der Modeindustrie.

Allerdings finde ich, dass die Verbrauchernachfrage sich zu langsam im Gesamten verändern wird, weswegen es die Aufgabe der großen Industrien ist, von vornerein ethische Entscheidungen zu fällen, denn das ist das einzig Richtige. Zu sagen, es wäre quasi ok für einen, die Lebensumstände von Leuten zu gefährden, da die Nachfrage für eine Alternative nicht groß genug ist, ist unheimlich ärgerlich.

Was ist deine Verbindung zur japanischen Kultur? Wie hast du sie entdeckt?

Mein Stiefbruder ist in Japan aufgewachsen und hat mich mit der Kultur bekannt gemacht. Als ich das erste Mal in Harajuku war, habe ich mich verliebt und der Rest ist Geschichte.

Woher beziehst du deine Inspirationen?

Fantasy Charaktere, außerweltliche Geschöpfe und mystische Kreaturen sind große Inspirationen. Ich möchte, dass jeder der meine Designs trägt, sich magisch fühlt, weswegen ich mit dem Gedanken im Hinterkopf designe. Viele meiner Inspirationen kommen auch von den Stoffen die ich benutze und ich versuche Designs zu machen, die dem Muster, der Farbe und dem Material am gerechtesten werden.

Was machst du um dich aus einem kreativen Loch zu ziehen?

Ich schätze mich Glücklich, da ich durch die vielen Kommissionen immer in Absprache mit meinen Kunden stehe und von ihren Ideen höre, sodass ich mir etwas von ihrer Energie leihen kann. Das hilft mir mich selbst zu motivieren. Da jedes Projekt, was Stoff und Größe angeht, anders ist, arbeite ich viel an Problemlösungen und verändere Designs, was mich auf Trapp hält. Und da ich mit meiner Arbeit immer vollkommen beschäftigt bin, kann ich nicht abwarten Zeit für die vielen persönlichen Projekte zu haben, die mir im Kopf schwirren.

Was ist das letzte kulturelle Medium (Buch, Album, Film) was dir gefallen hat und warum?

„Probability 1“ von Amir Aczel ist ein Buch über die Wahrscheinlich von Leben im All, das ich vor einer Weile gelesen habe und in meinem Kopf geblieben ist. Ich liebe alles, was mich dazu bringt über Dinge außerhalb unseres Planeten nachzudenken, zu realisieren wie klein wir sind, wie unbedeutend – und doch vollkommen bedeutend – unsere Existenz ist. Dinge wie „Pale Blue Dot“ von Carl Sagan helfen mir wirklich dabei auf dem Biden zu bleiben, mich zu konzentrieren und die Schönheit am Leben zu pflegen und wertzuschätzen.

Noch ein paar Worte zum Schluss?

„Wenn du gute Gedanken hast, werden sie dein Gesicht wie die Sonne zum Strahlen bringen und du wirst immer wunderschön aussehen.“ - Roald Dahl
Manon Marguerite

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@strawberryskiesdesign

All photos provided by Manon Marguerite for The COMM.

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